Für Gabionen eignen sich vor allem frostbeständige, druckfeste Natursteine wie Granit, Basalt und Quarzit, deren Korngröße größer sein muss als die Maschenweite des Drahtgitters.
Das sind die beliebtesten Gabionen Produkte
Die physikalischen Anforderungen an das perfekte Füllmaterial
Wenn du deine Gabionen planst, steht die Optik meist im Vordergrund. Doch bevor du dich für eine bestimmte Farbe oder Gesteinsart entscheidest, solltest du die technischen Eigenschaften des Materials prüfen. Schließlich müssen die Steine im Inneren der Drahtkörbe enormen Belastungen standhalten. Sie tragen nicht nur das Eigengewicht der Konstruktion, sondern sind auch dauerhaft Wind, Regen, Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt.
Ein minderwertiger Stein kann durch eindringendes Wasser und anschließenden Frost sprengen. Deshalb ist eine hohe Frostbeständigkeit das wichtigste Kriterium. Darüber hinaus spielt die Druckfestigkeit eine zentrale Rolle. Besonders bei hohen Stützmauern oder tragenden Wänden lastet ein erheblicher Druck auf den unteren Steinschichten. Hartgesteine sind hierbei die verlässlichste Wahl, da sie kaum Wasser aufnehmen und selbst bei eisigen Temperaturen ihre strukturelle Integrität behalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verwitterungsbeständigkeit. Manche Sedimentgesteine neigen dazu, unter Umwelteinflüssen stark nachzudunkeln, aufzuhellen oder brüchig zu werden. Wenn du eine dauerhaft gleichbleibende Optik wünschst, solltest du dichte Magmatite oder metamorphe Gesteine bevorzugen. Sie behalten ihren Charakter über viele Jahre hinweg und verlangen nach dem Befüllen keinen weiteren Pflegeaufwand.
Die gängigen Gesteinsarten im direkten Vergleich
Im Fachhandel findest du eine Vielzahl unterschiedlicher Gesteinsarten, die sich für die Befüllung von Steinkörben anbieten. Jedes Material bringt eigene optische Merkmale und spezifische Materialeigenschaften mit, die deinen Garten auf ganz unterschiedliche Weise prägen.
Zu den beliebtesten und bewährtesten Gesteinsarten gehören:
- Granit: Der absolute Klassiker unter den Gabionensteinen. Er ist extrem hart, witterungsbeständig und in vielen Grau- bis Anthrazittönen sowie rötlichen Nuancen erhältlich.
- Basalt: Ein dunkles Vulkangestein mit einer sehr edlen, fast schwarzen Optik. Es ist extrem robust, frostbeständig und behält seinen Farbton über Jahrzehnte.
- Kalkstein: Bringt durch helle, beige oder graue Töne ein mediterranes Flair in den Garten. Er ist etwas poröser als Granit, fügt sich aber wunderbar in naturnahe Umgebungen ein.
- Quarzit: Überzeugt durch lebendige Farbspiele in Gelb-, Braun- oder Rottönen und bietet eine sehr hohe Härte sowie Widerstandskraft.
- Diabas: Ein grünlich-graues Gestein, das sich durch seine enorme Festigkeit auszeichnet und eine geschlossene, homogene Optik erzeugt.
Neben reinen Natursteinen kannst du auch auf alternative Materialien zurückgreifen, um gezielte Akzente zu setzen. Große Glasbrocken in verschiedenen Farben lassen sich hervorragend mit LED-Lichtquellen kombinieren und verwandeln eine schlichte Gabione in den Abendstunden in ein absolutes Highlight. Auch farbiger Zierkies oder recycelter Ziegelbruch kommen bei kreativen Projekten zum Einsatz, sollten jedoch immer im Hinblick auf ihre Frostbeständigkeit geprüft werden.
Die richtige Korngröße für verschiedene Maschenweiten
Die Auswahl der passenden Steingröße ist entscheidend dafür, dass die Füllung an ihrem Platz bleibt. Wenn du zu kleine Steine wählst, rutschen sie durch die Gitterstäbe hindurch. Wählst du sie zu groß, entstehen unschöne Lücken und das Befüllen wird unnötig kompliziert.
Die Grundregel lautet: Der kleinste Stein im Mix muss stets größer sein als die Maschenweite des Drahtkorbs. Gängige Gabionen besitzen meist Maschenweiten von 5×5 cm, 5×10 cm oder 10×10 cm. Für einen Standardkorb mit einer Maschung von 5×10 cm hat sich eine Körnung von 60 bis 120 mm bestens bewährt.
| Maschenweite der Gabione | Empfohlene Steinkörnung | Typischer Anwendungsbereich |
|---|---|---|
| 5 x 5 cm (Feingitter) | 32 bis 56 mm | Schmale Pflanzkörbe, Hochbeete, kleine Dekoelemente |
| 5 x 10 cm (Standard) | 60 bis 120 mm | Klassische Sichtschutzwände, Zäune, normale Mauern |
| 10 x 10 cm (Großmaschig) | 80 bis 150 mm oder größer | Große Stützmauern, massive Hangbefestigungen |
Beachte beim Kauf, dass die Händlerangaben zur Körnung auf dem sogenannten Siebmaß basieren. Das bedeutet, dass die angegebene Zahl die schmalste Seite des Steins beschreibt. In der Praxis können viele Steine des Liefervolumens daher deutlich länger sein, was für eine dichte und stabile Schichtung im Korb von Vorteil ist.
Bruchsteine und Kiesel im Vergleich
Neben der Gesteinsart und der Größe beeinflusst vor allem die Form der Steine die optische Wirkung deiner Gabione. Im Handel wird grundsätzlich zwischen zwei großen Kategorien unterschieden: eckige Bruchsteine und gerundete Kieselsteine.
Bruchsteine entstehen durch das mechanische Zerkleinern von Felsblöcken in Steinbrüchen. Sie besitzen markante Ecken und Kanten, die dazu führen, dass sich die Steine beim Einfüllen gut ineinander verkeilen. Diese innere Verzahnung sorgt für eine hohe Stabilität der gesamten Konstruktion. Optisch wirken Bruchsteine kräftig, massiv und modern, weshalb sie besonders häufig für gerade Grundstücksgrenzen und repräsentative Zäune verwendet werden.
Gerundete Kieselsteine oder Findlinge erhalten ihre Form hingegen durch natürliche Fließprozesse oder künstliches Trommeln. Sie besitzen eine weichere, organische Ausstrahlung und sorgen in Gabionen für ein harmonisches und sanfteres Gesamtbild. Da runde Steine weniger Reibung untereinander erzeugen, können sie sich in schmalen Körben unter Umständen stärker verschieben. Zudem ist der Hohlraumanteil bei Kieselsteinen häufig etwas höher, was bei der Berechnung des benötigten Gewichts berücksichtigt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Tonnen Steine benötige ich für einen Kubikmeter Gabione?
Als Faustregel gilt, dass du für einen Kubikmeter Gabionenvolumen etwa 1,5 bis 1,8 Tonnen Füllsteine einplanen musst. Dieser Wert hängt jedoch stark von der gewählten Steinsorte und der Packungsdichte ab. Wenn du die Steine sorgfältig von Hand schichtest, benötigst du mehr Material als bei einer lockeren Schüttung, erhältst im Gegenzug aber eine stabilere und dichtere Wand.
Kann man verschiedene Steinsorten innerhalb einer Gabione mischen?
Ja, das Mischen verschiedener Steinsorten ist eine wunderbare Möglichkeit, individuelle Akzente zu setzen. Du kannst beispielsweise horizontale Streifen aus hellem Kalkstein und dunklem Basalt in deine Wand einarbeiten. Wichtig ist dabei lediglich, dass die verschiedenen Steine eine ähnliche Korngröße und vor allem eine vergleichbare Härte aufweisen, damit es im Inneren des Korbs nicht zu ungleichmäßigen Setzungen kommt.
Verändern Gabionensteine im Laufe der Zeit ihre Farbe?
Ob sich die Farbe verändert, hängt vom mineralischen Aufbau des Gesteins ab. Hartgesteine wie Granit oder Basalt sind extrem farbbeständig und behalten ihren Look über Jahrzehnte. Kalksteine oder bestimmte Sandsteine können durch die Witterung und natürliche Alterungsprozesse mit der Zeit etwas nachhellen oder eine feine Patina ansetzen, was von vielen Gartenbesitzern wegen des natürlichen Charakters jedoch ausdrücklich erwünscht ist.
Wie reinige ich verschmutzte Gabionensteine am besten?
In den meisten Fällen ist gar keine Reinigung notwendig, da Regenwasser den Schmutz auf natürliche Weise abspült. Sollten sich an schattigen Standorten dennoch Algen oder starker Moosbewuchs auf den Sichtflächen bilden, reicht in der Regel der Einsatz von klarem Wasser und einer Handbürste aus. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kannst du vorsichtig einen Hochdruckreiniger verwenden, wobei du darauf achten solltest, den Abstand zu den Gittern und Steinen einzuhalten.
Darf man Bauschutt oder alten Beton als Füllmaterial nutzen?
Aus statischen und optischen Gründen raten wir dringend davon ab, minderwertigen Bauschutt oder alten Beton als sichtbare Gabionenfüllung zu verwenden. Zwar wird der Kern von sehr großen Stützmauern manchmal aus Kostengründen mit robusterem Schutt verfüllt, im sichtbaren Außenbereich von Zäunen und Sichtschutzwänden sollte jedoch ausschließlich frostbeständiger und ästhetisch ansprechender Naturstein zum Einsatz kommen, um Rostflecken, Verunreinigungen und Stabilitätsprobleme zu vermeiden.